1849 | In Sekunda des Andreanums sitzen 28 Schüler, darunter 9 "Realisten"; in Tertia 32 Schüler (11); in Quarta 32 (18). |
1850 | Die vom Direktor beantragte Einrichtung eines "selbstständigen Realklassensystems" wird für das Schuljahr 1850/51 genehmigt. |
1866 | Das Königreich Hannover wird preußische Provinz. |
1868 | Der Direktor des Andreanums beantragt beim Königlichen Provinzial-Schulkollegium in Hannover die "Erhebung der Realklassen zu einer Realschule 1. Ordnung". Dem Antrag wird am 21.09.1868 stattgegeben. |
1869 | Das Andreanum - Gymnasium und Realschule 1. Ordnung - bezieht einen Neubau (an der Stelle des heutigen Versorgungsamtes gegenüber der Industrie- und Handelskammer). Der Zustrom von Schülern nötigt den Schulleiter, die Genehmigung zur Einrichtung von Parallelklassen in der Realschule einzuholen. Bald taucht der Gedanke auf, beide Schulen zu trennen, kann sich aber zunächst nicht durchsetzen. Schließlich zwingt die wachsende Raumnot zum Handeln. |
1883 | Vertrag zwischen dem Magistrat der Stadt Hildesheim und der preußischen Staatsregierung: Die Stadt überstellte das Grundstück und das Gebäude der alten Gewerbeschule am Dammtor (heute steht dort die Fachschule für Technik-Holzverarbeitung und Betriebstechnik) in staatliches Eigentum und sorgt für den erforderlichen Aus- und Umbau des Gebäudes. Der Staat Preußen trennt die beiden Schulen und macht die Realschule zu einer selbstständigen Anstalt. |
1885 | 10. April - Übergabe des Gebäudes an die Königliche Unterrichtsverwaltung. |
1886 | Am 1. Februar 1886 hat die Schule 186 Schüler in 9 Klassen. 167 sind evangelisch, 3 katholisch und 16 sind jüdischen Glaubens. 93 kommen aus Hildesheim, 80 von auswärts und 13 aus dem "Ausland", d.h. nicht aus Preußen. "Von dem Wunsche beseelt, ein Symbol ihrer Zusammengehörigkeit zu besitzen" , (Jb.1886), veranstalten Schüler, Altschüler und Lehrer unter sich eine Geldsammlung zur Anschaffung einer Schulfahne. (Sie ist als eines der wenigen Zeugnisse aus der Gründungszeit der Schule erhalten geblieben.) |
1887 | Der Hildesheimer Bildhauer Prof. Friedrich Küsthardt, ehemaliger Schüler, schenkt der Schule eine Gauß-Büste. |
1889 | Der erste Lehrer tritt in den Ruhestand: Theodor Loebnitz. Er war 1847 ans Andreanum gekommen und zum Realgymnasium mitgegangen. 1818 geboren, nunmehr 72 Jahre alt! "Se. Majestät der Kaiser und König hatte in Anerkennung seiner treuen Dienste geruht, ihm den Roten Adler-Orden 4. Klasse zu verleihen; die Ordensinsignien durfte immer der Direktor mit einem höchst anerkennenden Schreiben des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums überreichen." (Jb.1890). |
1911 | Am 20.April wird der neue Direktor Dr. Emil Mackel in seinem Amt eingeführt ; er kommt vom Provinzial-Schulkollegium Stettin und unterrichtet Deutsch, Französisch, Englisch, ev. Religion. |
1912 | Die Sprachfolge wird nach dem sog. Frankfurter Plan umgestellt: Er dringt auf eine sichere Grundlegung in jeder Sprache, bevor eine neue auftritt. Die Schüler treiben 3 Jahre lang nur die erste Fremdsprache, Französisch. In Untertertia (KL. 8) beginnt Latein und erst in Untersekunda (KL.10) tritt Englisch als dritte Fremdsprache hinzu. Die Realschule behält Englisch vom 4. Lehrjahr ab bei . |
1914 | 1.August: Ausbruch des 1.Weltkrieges. Alle Oberprimaner, einige Unterprimaner und Sekundaner melden sich als Kriegsfreiwillige oder Fahnenjunker, insgesamt 50 Schüler. Über 100 werden ihnen später noch folgen, 37 von ihnen finden den Tod. Am Ende des Krieges zählt man 164 gefallene Schüler, deren Namen eine Ehrentafel in der Aula aufbewahren wird. |
1919 | Amerikanische Quäker stiften die "Schulspeisung" ; an der auch Schüler des nun nicht mehr "Königlichen", sondern einfach "Staatlichen" Andreas-Realgymnasiums teilnehmen. Noch 1924 erhalten 25 Schüler "Kinderspeisung". |
1920 | Am 21.August wird das erste Schulfest nach dem Krieg gefeiert. Teilnehmende Altschüler gründen am Abend dieses Tages auf Initiative von Dr. Wilhelm Tischbein (ehemaliger Schüler und seit 1919 Lehrer der Schule) den "Verein ehemaliger Schüler des Andreas-Realgymnasiums mit Realschule", über dessen Wirken und Geschichte ein besonderer Artikel der Festschrift berichtet. |
1922 | 22.Juni :Gründung einer Schulgruppe des Vereins für das Deutschtum im Ausland, die sehr aktiv wird und z.B. 19.242.000 Mark für das deutsche Schulwesen in Posen sammelt. |
1923 | Änderung der Sprachenfolge: Ab Sexta Englisch, ab Untertertia (KL. 8) Französisch und ab Untersekunda (KL. 10) Latein. |
1925 | Ein Ministerialerlass fordert Umwandlung des Realgymnasiums in eine Oberrealschule ohne Latein als Pflichtfremdsprache. Energischer Protest aller am Schulleben beteiligten Gruppen vermag die Umwandlung lediglich um ein Jahr hinauszuzögern. Sie ist 1929 abgeschlossen. Die Schule heißt von da an: Staatliche Andreas-Oberrealschule. Ihre Reifezeugnisse öffnen weiterhin den Weg zu allen Berufen. In Obersekunda (Kl. 11) wird wahlfreier Lateinunterricht eingerichtet. |
1926 | Seit dem 1. April beträgt der Schulgeldsatz 200 Mark pro Jahr. |
1927 | OStD Dr. Emil Mackel tritt in den Ruhestand. Er hat die Schule 16 Jahre lang geleitet. Neuer Schulleiter wird OStD Dr. Robert Scherwatzky. Er war zuvor als Studienrat (Deutsch, Geschichte, ev. Religion) an der Humboldtschule Hannover. |
1928 | Steigende Schülerzahlen führen zur Teilung auch der oberen Klassen. Der Raummangel zwingt zur Verlegung von 4 Unterstufen-Klassen in das 8 Minuten entfernte "Seminargebäude" (dort steht heute die Grundschule Pfaffenstieg). Seitdem räumliche Trennung von Teilen der Schule, die erst im Neubau an der Steingrube 1959 aufgehoben wird. |
1931 | Ein Umbau im Hauptgebäude führt zur fälligen Einrichtung moderner Fachräume für Biologie, Chemie und Kunst, was aber den Abzug von weiteren 5 Klassen nach dem Pfaffenstieg zur Folge hat. |
1933 | Nach der Machtübernahme versuchen die Nationalsozialisten ,ihnen kritisch gegenüberstehende Beamte zu disziplinieren. Zu diesen gehört auch OStD Dr. Scherwatzky. Er wird am 16.10. als Leiter an die Aufbauschule in Wunstorf versetzt. Die Beschwerden einer spontan gebildeten Primaner-Delegation im Reichskulturministerium bleiben erfolglos. |
1934 | Am 1.Juni übernimmt OStD Bruno Engelhardt die Leitung der Schule. Er kommt aus Clausthal-Zellerfeld ,wo er als Studiendirektor die Robert-Koch Schule geleitet hat. Er unterrichtet Englisch ,Französisch ,Deutsch. |
1935 | Unterrichtskürzung in einigen Fächern wegen des Staatsjugendtages, wegen der Erweiterung des Biologieunterrichts und der Einführung der dritten Turnstunde. |
1937 | Die Oberrealschule wird in eine Oberschule umgewandelt, eine Kombination aus Realgymnasium und Oberrealschule. In Klasse 1 (früher Sexta) beginnt der Schüler mit Englisch, in Klasse 3 (Quarta) mit Latein, in Klasse 4 (Untertertia) mit Physik und in der Klasse 5 (Obertertia) mit Chemie und behält dann alle Fächer bis zum Abitur bei . Dieses wird in Klasse 8 abgelegt. Also nach 8 Jahren statt bisher 9. Die Oberprima fällt weg. |
1938 | Am 1. Februar wird die Schule von 461 Schülern besucht. 424 sind evangelisch, 27 katholisch, 5 gottgläubige, 5 jüdischen Glaubens. Alle sind Reichsangehörige, 154 kommen von außerhalb. |
1939 | 1. September. Ausbruch des 2. Weltkriegs. |
1945 | Der Luftkrieg greift nach Hildesheim: Am 22. März 1945 - 6 Wochen vor Kriegsende - wird die Stadt zerstört. Beide Schulgebäude sind ausgebrannte Ruinen. 242 Scharnhorstschüler kehren vom Kriegseinsatz nicht zurück. Ein Teil der Lehrerbibliothek und der Schulakten, auch die alte Schulfahne werden aus den Ruinen geborgen. Lehrer und Schüler fragen nach, wann es mit dem Unterricht weitergehe. Im zerstörten Hildesheim werden Unterrichtsräume "beschafft". In Notquartieren: im Alten Brauhaus ("Auerbachs Keller"!) - in der Veranda und einem Nachbarraum des Gasthauses "Stern" in Neuhof - im Gemeindesaal der Christuskirche, in Räumen der Hohnsenschule, der Moritzbergschule, der Brauhausschule und in der "Loge", Keßlerstraße. Unterrichtet wird in Schichten. Die Stadtkinder sind vor allem nachmittags dran. |
1946 | Am 1. Oktober übernimmt OStD Dr. Hans Kurfeß die Leitung der Schule. Er hat Latein, Griechisch und katholische Theologie studiert und kommt aus Breslau. Da er zur Wahrnehmung besonderer Aufgaben nach Hannover abgeordnet wird, leitet Herr Kaufmann die Schule als sein Stellvertreter. |
1947 | Im Oktober kommen zum ersten Mal nach dem Krieg wieder ehemalige Schüler mit ihren alten Lehrern zusammen. Die Neugründung des Vereins wird von der englischen Militärregierung genehmigt. |
1948 | Am 1. Februar werden in 19 Klassen 642 Schüler unterrichtet. 585 sind evangelisch, 42 katholisch, 10 gottgläubig, 3 gehören anderen Religionsgemeinschaften an, 2 sind glaubenslos. 347 sind Fahrschüler, 140 Flüchtlinge. |
1949 | 1. April: StR Kaufmann tritt in den Ruhestand. OStD Dr. Kurfeß übernimmt endgültig die Schulleitung. Erster Landheimaufenthalt von Scharnhorstschülern in Liebenburg. |
1950 | 6.Juni :15 Klassen beziehen das wieder aufgebaute Gebäude am Pfaffenstieg. Die übrigen 5 Klassen bleiben in der "Loge". |
1952 | März: 1. Skifahrt der Klassen 11 zur Schönleitenhütte/Saalbach. Klassenlehrer: Hackert und Kalberlah; Sportlehrer: Hawelka und Schöne. |
1953 | Kein Abitur :Die Klassen 12 werden als Kl. 13 weitergeführt. Wiederherstellung der neunjährigen Gymnasialzeit. |
1955 | Mit Ablauf des Schuljahres 1954/55 tritt OStD Dr. Kurfeß in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird OStD Karl Stöcker. Er kommt vom Andreanum und hat Latein, Griechisch und Geschichte studiert. |
1957 | Architektenwettbewerb |
1958 | Beseitigung der Reste der Steingruben-Kaserne. Das Kantinengebäude bleibt erhalten und nimmt später das Haus der Jugend auf. |
1959 | 29. September: Einzug mit 30 Klassen in das neue Haus. |
1960 | 31. August bis 3. September: Feiern zum 75-jährigen Bestehen der Schule.3. September :Übergabe des Gedenkraumes durch den Verein ehemaliger Andreas-Realgymnasiums- und Scharnhorstschüler. |
1965 | Die endgültige Fassung des Abkommens "zwischen den Ländern der Bundesrepublik zur Vereinheitlichung auf dem Gebiete des Schulwesens" hat folgende Auswirkungen: |
1966 | Verlegung der Realschulabsolventen vom Andreanum zum Scharnhorstgymnasium (SHG)- darunter Mädchen. In den Jahren 1968/69/70 Reifeprüfung von Realschulabsolventen am SHG. Dann wird diese Klasse zum Gymnasium Himmelsthür verlegt. |
1967 | Begründung der Schulpartnerschaft mit dem Lycee Guez de Balzac in Angoulême. |
1971 | Einführung der Koedukation. 1980 machen die ersten Mädchen Abitur. Heutiger Anteil der Mädchen an der Gesamtschülerschaft: 42,2%. |
1976 | Beginn der Oberstufenreform, Auflösung der Klassenverbände 11-13, Einführung des Kurssystems, aus dem 1979 die ersten Abiturienten entlassen werden. |
1977 | 31. Januar: OStD Karl Stöcker und sein Stellvertreter StD Gerhard Marchand treten in den Ruhestand. StD Karl Schöne übernimmt die kommissarische Leitung der Schule. |
1980 | Einführung der Orientierungsstufe in Hildesheim, wobei Marienschule, Andreanum und Robert-Bosch-Gesamtschule ausgespart bleiben. Sie dürfen weiterhin Schüler/innen in ihre 5. Klasse aufnehmen. |
1983 | 18. März: OStD Umbreit verlässt das Scharnhorstgymnasium, um die Leitung der Humboldtschule in Hannover zu übernehmen. StD Dittmann übernimmt die kommissarische Leitung der Schule. |
1985 | Einrichtung eines Informatik-Fachraums (15 Computer), Teilnahme am Modellversuch für den Einsatz von Computern im Mathematik- und Physikunterricht. |
2004 | Mit Ablauf des Schuljahres 2003/04 tritt OStD Rainer Dierkes in den Ruhestand. |
2005 | Das Scharnhorstgymnasium bewirbt sich erfolgreich um die Teilnahme am landesweiten Projekt "Eigenverantwortliche Schule und Qualitätsentwicklung in Bildungsregionen und Netzwerken" und macht mit dieser Bewerbung deutlich, dass es sich den Herausforderungen der Zukunft stellen will. |
2006
| Die Unterrichtsversorgung lässt viele Wünsche offen. Das Antwortschreiben auf einen Beschwerdebrief des Schulelternrates an den niedersächsischen Kultusminister gibt den Sachverhalt nur unvollständig wieder. Herr OStR Friedrich-Wilhelm Ahlborn wird schulfachlicher Koordinator am Scharnhorstgymnasium. |
2007 | Mit Ende des Schuljahres 2006/07 tritt die stellvertretende Schulleiterin, Frau StD' Dr. Ute Horstmann in den Ruhestand. Ihre Nachfolge tritt Frau StD' Gabriele Krause von der Wilhelm Raabe-Schule in Hannover an. Im Herbst des Jahres nehmen erstmalig Schüler und Lehrer des Scharnhorstgymnasiums an einem Schüleraustausch mit China teil. Die Gruppe besucht im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008 die Partnerschule, die Bejing Nr.1 High School in Peking, lernt aber auch die Metropole Shanghai kennen. |